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FKK in der Presse ...  
 

aus der NGZ vom 21.1.2011

"Die Bibel bietet alles, nur keine Diät"

GIERATH (vest) Frivol, kompetent, katholisch, abgekürzt FKK oder auch Frauen-Kabarett-Krefeld. Ihr Programm "Je länger - je lieber" zeigten jetzt Helga Klingbeil-Weber und Ute Lindemann-Degen alias "Lisbett" (Lisbeth) und "Matta" (Martha) im ausverkauften Jugendheim.

 Dass ihnen Wortakrobatik wichtiger ist als plumpe Witze, die unter die Gürtellinie gehen, zeigten sie 130 gut gelaunten Frauen und zwei Männern - beide wurden von den Kabarettistinnen direkt für einige Gags gebucht. Zunächst klärten sie aber, wofür die Buchstaben "kfd" stehen, denn die kfd Gierath hatte eingeladen: "Steht die Abkürzung etwa für kochen, feiern, diskutieren? Oder kritisch, fortschrittlich und demokratisch?" Die Frauen einigten sich, dass es "Katholische Frauen denken" sein müsse. "Haben Sie hier in Gierath überhaupt noch einen Pastor?" sprachen sie ein Problem vieler Gemeinde an. "Ich finde ja, die Zeit, die ich mit meinem Pastor verbingen kann, muss ich schon nicht mit meinem Alten auf der Coach verbringen", sagte Martha keck. Dabei seien die katholischen Priester "frauenseelenallein" oder eben "allein unter Frauen". "Wenn alle Frauen, die in der katholischen Kirche arbeiten, aufhöarten, dann bräche das ganze System zusammen wie der Turmbau zu Babel."

 Ein Blick in die Bibel lohne aus unterschiedlichen Gründen: "Die Bibel ist ein wundervolles Buch für alle Fälle: Es ist ein Krimi, eine Liebesgeschichte, ein Heimatroman - sogar Familien-Soaps kommen darin vor. Die Geschichten mit den Engeln und dem Jenseits decken die ganze Science-Fiction-Abteilung ab" Das Einzige, was fehle: eine richtige Diät.

 Von den Diät- zu den Modetipps, die in keiner Frauenzeitschrift fehlen: Martha zeigte die Wandlungsfähigkeit von Männerunterhosen: "Man kann sie als Schürze benutzen, als Schlabberlatz mit integrierter Serviette, als Kopftuch für heiße Cabrio-Fahrten oder als Stola."

 Ob Body Age oder Dessous - kaum ein Thema, das die Damen mit dem losen Mudwerk ausließen. Dabei hatten sie ihr Programm auf das Publikum in Gierath zugeschnitten: Vor dem Auftritt besprechen die Kabarettistinen immer, welche ihrer Programmpunkte sie aufführen werden.

 

 

Von der Antithese zur Prothese

Seit zehn Jahren unterhalten Ute Lindemann-Degen und Helga Klingbeil-Weber als FrauenKabarettKrefeld ihr Publikum. Wortakrobatik ist dabei wichtiger als plumpe Witze, die unter die Gürtellinie gehen. Die Fangemeinde wächst über die Oppumer Grenzen hinweg.

 

 

 

 

 

VON MARGIT LEUCHTENBERG

OPPUM

„Gucken Sie mal in Ihren Spamfilter, wenn Sie unsere Mail nicht kriegen“, war das Erste was wir von Ute Lindemann-Degen (52) und Helga Klingbeil-Weber (47) gehört haben. Die beiden bilden seit zehn Jahren das FrauenKabarett-Krefeld, kurz FKK, Webadresse: www.fkk-2000.de.

„Und damit das klar ist: Wir sind in der katholischen Kirche, haben beide die Silberhochzeit gefeiert und erwachsene Kinder“, war das Zweite, aber noch lange nicht das Letzte, was die beiden agilen Frauen zu erzählen hatten. Bei ihrem Besuch in der Redaktion der Rheinischen Post sprudelte es nur so aus ihnen heraus, immerhin waren zehn Jahre Kabarett „abzuarbeiten“.

In den Krisenzeiten des Bistums Aachen und damit der Katholischen Bildungsstätte auf der Felbelstraße fing 2000 alles an. Die beiden Angestellten des Bistums, die in der Erwachsenenbildung tätig waren, bangten um ihre Arbeitsplätze und spürten die Unsicherheit zahlreicher Honorarkräfte im Haus.

„Wir standen vor der Wahl: Kündigung, Alkohol oder Humor. Wir entschieden uns für das Letztere.

“ Traditionell wurde zum Jahresbeginnfest für alle Mitarbeiter eingeladen und Matta und Lisbeth, alias Ute Lindemann-Degen und Helga Klingbeil-Weber, die schrulligen Putzfrauen von der Felbelstraße, behaupteten als Programmpunkt: „Wenn se uns gefragt hätten“, … wär‘s vielleicht anders gelaufen. „Klar, die Missfits waren unsere Vorbilder, aber wir wollten eigentlich nur Eintagsfliegen bleiben“, erinnert sich Helga Klingbeil-Weber. Das damalige Programm drehte sich um die Situation im Haus, die Sorgen und Nöte der Kollegen und um die Tücken des Alltags.

Von der Eintagsfliege mauserten sie sich zum Dauerbrenner. In den vergangenen zehn Jahren haben die beiden Frauen vier zweistündige Abendprogramme auf die Beine gestellt, sie werden von Institutionen gebucht und „stricken“ individuelle Kurzprogramme für Mitarbeiterfeste. Auf fünf große Säulen setzen Matta und Lisbeth heute ihr Programm: Kirche, Bildung, Männer und Frauen, Tücken des Alltags sowie gesellschaftspolitische und politische Themen. Frech, katholisch, kompetent - frivol, Klamauk, keck – FKK. „Wir schöpfen aus Alltagssituationen.

Auch die Situation hier in der Redaktion hat was, was ich mir gut in einem Sketch auf der Bühne vorstellen kann“, sagt Ute Lindemann-Degen. (Schluck, was haben wir gemacht?) „Wir verletzen niemanden und greifen auch nicht persönlich an. Deshalb ist für die beiden auch Missbrauch in der Katholischen Kirche kein Thema. Eher

schon das Multifunktionsbügeleisen, das alles kann nur nicht simples bügeln. „Themen müssen auch wachsen: Sowohl für uns, die wir älter werden, als auch mit dem Publikum“, resümiert Ute Lindemann Degen. „Wir sind mittlerweile so flexibel, dass wir eine Nummer über Inkontinenz vor Seniorinnen nicht bringen. Die finden das nämlich nicht komisch“, schmunzelt Helga Klingbeil-Weber. Und Männer, lachen die über andere Dinge?

„Ach ja, die Männer. Die kriegen bei uns das gleiche Fett ab, wie die Frauen. Wenn sie mal wieder nicht die Handtücher benutzen, sondern die Wassertropfen von den Fingern einfach auf die frisch gewischten Fliesen abschütteln.“ Da lacht Frau und Mann findet‘s normal.

Ihre Heimat ist Oppum, aber mit ihrem neuen Programm „Je länger, je lieber“ gastieren sie auch in Hamburg und Berlin. „Wir sind keine Profis, aber der Erfolg macht uns mutiger und wir lieben mittlerweile Zwischenrufe. Vor zehn Jahren konnten wir damit nicht umgehen“, berichten die beiden Kabarettistinnen.

Ute Lindemann-Degen ist Germanistin und jongliert gerne mit ihrem Wortwitz: Früher Anti, heute Pro. Von der Antithese zur Prothese. Begleitet von Udo Degen trällern die beiden auch gern das Botoxlied. Früher Antifaltencreme, heute Pro-Aging. Thema ist für die beiden, wenn sie in verschiedeneRollen und Kostüme schlüpfen, nach wie vor Lampenfieber.

„Besonders im Ebertbad in Oberhausen. Da waren sie alle schon: Volker Pispers, Dieter Hildebrandt und natürlich die Missfits und dann wir aus Oppum. „Zehn Minuten vor der Vorstellung fragen wir uns, warum wir uns das antun!“, sagt Ute Lindemann-Degen. „Nach dem Applaus kommt ein Ja!, denn Kabarett ist kreativer Spaß, auch nach einem Jahrzehnt. „Wir sind gut, aber wir spielen in der Regionalliga und

nicht in der Bundesliga“, sagen Matta und Lisbeth und betonen, dass Fußball so gar kein Thema für sie ist. FKK gehört auch die nächsten Jahre auf die Bühne und nicht in den Spamfilter.


Frech, katholisch und kreativ

Das Krefelder Frauenkabarett FKK tritt bei der Jubiläumsveranstaltung der KFD in Herzogenrath auf

 

 

 

 

 

Von Regina Kraus

Am 4. September feiert der Aachener Diözesanverband der KFD (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) sein 80-jähriges Bestehen. Ute Lindemann-Degen und Helga Klingbeil-Weber werden als Frauenkabarett FKK ihre eigenen Akzente setzen.

 „FKK – dafür gibt es viele Übersetzungen“, erklären die beiden: „Frivol, katholisch, kompetent“ zum Beispiel, oder „frech, kritisch, kreativ“, aber auch: Frauenkabarett Krefeld.

Ihren ersten Auftritt hatten sie vor zehn Jahren, und das aus Verzweiflung, oder besser gesagt, als Alternative dazu. Als Fachbereichsleiterinnen des Katholischen Forums waren sie dabei, eine offizielle Feier vorzubereiten. „Wir wollten mal eine andere Programmeinlage als Musik“, erzählt Klingbeil-Weber. Zu der Zeit lag eine angespannte Stimmung über den Angestellten kirchlicher Einrichtungen: Fusionen bahnten sich an, Personal wurde drastisch reduziert. Das machte allen Sorgen und deren Verarbeitung als Kabarett lag nahe.

„Wir hatten die Wahl: Kündigen, Alkohol oder Humor“, sagt Lindemann-Degen und resumiert: „Wir haben uns den Frust von der Seele gespielt.“

An Humor und Darstellungsfreude ergänzen sich die Frauen gut. Ansonsten schätzen sie ihre Verschiedenheit: „Jede weiß, was die andere kann, und wir können gut abgeben“, sagt Klingbeil-Weber. Was als einzelner Sketch begann, ist mittlerweile zu einem breiten Programm geworden. Auf die erste Aufführung folgten weitere Einladungen, auch außerhalb des kirchlichen Umfeldes. Von der heimatlichen KFD-Gruppe in Oppum bis zum Kirchentag in Osnabrück reicht die Spanne, von der privaten Geburtstagsfeier bis zum Firmenjubiläum.

Entsprechend erweiterten sich die Themen. Auch über Benefiz-Erfolge freuen sie sich: Mehrere tausend Euro konnten sie für ein Behindertenwohnheim einspielen. „Anfangs haben wir uns Anregungen aus Vorlagen geholt. Inzwischen spielen wir nur noch eigene Stücke“, beschreibt Lindemann-Degen.

Um von der ersten Idee zum spielbaren Text zu kommen, gehen die beiden zweimal jährlich für einige Tage ins Kloster. „Wir nutzen die Stille und die Rundumversorgung“, erklären sie. „Meist besteht die Arbeit darin, zu kürzen“, sagt Lindemann-Degen, die früher Lehrerin für Deutsch und Erziehungswissenschaft war. Es geht darum, Dinge auf den Punkt zu bringen und Sätze an der richtigen Stelle des Dialogs unterzubringen. „Wir machen Leseproben, die sind wichtig. Anderes, wie Gestik oder Sprechpausen, überlassen wir unserem Gefühl beim Spiel“, beschreibt sie. Zwei Männer gehören zu allen Auftritten dazu: Uwe Degen, Ehemann von Ute Lindemann-Degen, begleitet bei Bedarf musikalisch. „Herbert“ dagegen ist nur fiktiv. An ihm machen sich Sketche über das Zusammenleben von Männern und Frauen fest.

Fünf große Bereiche umfasst das Repertoire: Kirche, Männer und Frauen, Gesellschaftspolitik, Bildung und Alltagssituationen. Je nach Auftraggeber stellen die Kabarettistinnen ein Programm zusammen. Im Vorgespräch klären sie, was zur Zielgruppe passt. „Insgesamt sind wir jetzt etwas politischer geworden“, meint Klingbeil-Weber. Das liegt an den Themen, die gerade aktuell sind.

Am 4. September stehen sie zum zweiten Mal für den Diözesanverband auf der Bühne. 500 Gäste sind bereits angemeldet und Klingbeil-Weber schätzt: „Die meisten haben uns wahrscheinlich schon mal irgendwo gesehen.“

Ab September gibt es ein neues Programm. Termine sind im Internet nachzulesen unter www.fkk-2000.de

 

 

... in der Krefeder WZ vom 08. März 2010:

Für die Gags geht’s ins Kloster

von Martina Bielen

Seit zehn Jahren bilden zwei Frauen das Frauen-Kabarett Krefeld. Die meisten Fans gibt es in Oppum.

Foto: Dirk Jochmann

Oppum. Frivol, kompetent, katholisch – auch dafür stehen die Initialien FKK, dem Frauen-Kabarett Krefeld. Seit zehn Jahren nimmt das Duo Ute Lindemann-Degen und Helga Klingbeil-Weber die Beziehung zwischen Mann und Frau aufs Korn.

Kinder, Küche und Kirche bieten genug Potential für ihre Anekdoten: Die intelligente Waschmaschine mit „Fuzzylogic“-Funktion kann fast alles, auch die Libido stimulieren und im letzten Waschgang mit Weihwasser spülen.

 Bei „Rent-a-man“, dem Kaufhaus mit besonderem Service, zeigt frau auf einen schönen Kerl und nimmt ihn mit nach Hause. Wer es nötig hat, kann beichten, ganz bequem vom Sofa aus, dank Beicht-Hotline. „Dieser Gag war ursprünglich als Satire gedacht“, erzählt Ute Lindemann-Degen. „Er ist von der Realität eingeholt worden.“

Doppeldeutigkeit und Sprachwitz seien ihre Stärken, sagt Klingbeil-Weber. Lindemann-Degen fügt hinzu: „Wir gehen nicht an die Comedygrenze.“ Eher verlege man sich auf Texte, bei denen das Lachen im Hals stecken bleibt, so auch bei dem Programm „Je länger, je lieber“.

Was als Eintagsfliege angelegt war, entwickelte sich zum Dauerbrenner

Zum dritten Mal spielt das Duo in der Auferstehungskirche an der Buschdonk. „In Oppum haben wir eine richtige Fangemeinde.“ Deshalb wird es ein „Best of“ aus früheren Aufführungen geben. Lindemann-Degen, die in Oppum wohnt, ist eigentlich Lehrerin, Klingbeil-Weber diplomierte Ernährungswissenschaftlerin. Als vor zehn Jahren ein Finanzschock das Bistum Aachen erschütterte, waren sie Kolleginnen und arbeiteten als Fachbereichsleiterinnen in der Erwachsenenbildung der katholischen Kirche. „Für uns gab es verschiedene Möglichkeiten, mit der Situation umzugehen: Kündigen, Alkohol oder Humor“, erinnert sich Lindemann-Degen. „Wir entschieden uns für Humor.“ Also schrieben sie ein Stück, brachten es auf die Bühne und waren überrascht, als sie von Anfragen überschüttet wurden.

Was ursprünglich als Eintagsfliege angelegt war, entwickelte sich zum Dauerbrenner. Für 2010 haben sie bereits jetzt „ganzjährig jede dritte Woche einen gebuchten Auftritt“. Alle zwei Jahre bringen sie ein völlig neues Programm auf die Bühne. Ihre Ideen finden sie im täglichen Leben. Ständiger Begleiter ist ein Notizbuch, in das die Frauen ihre Ideen und Gedanken notieren.

Viel Zeit für gemeinsames Ausarbeiten haben die Frauen nicht. Beruflich sind beide der Erwachsenenbildung treu geblieben. In ihrer Freizeit spielt Lindemann-Degen Saxofon und liebt lange Spaziergänge zusammen mit ihrem Mann und dem Hund am Rhein. Klingbeil-Weber ist Bildungsreferentin auf Bundesebene und ist viel auf Reisen. Einmal im Jahr gehen die Kabarettistinnen in Klausur, um an ihrem nächsten Programm zu arbeiten. Dafür suchen sie die Stille im Kloster.

„Ute ist punktgenau und sprachgewandt“, sagt Helga Klingbeil-Weber. „Helga ist extrovertiert und knüpft für uns die Kontakte“, beschreibt Ute Lindemann-Degen ihre Bühnen-Partnerin. Beide sind verheiratet und haben erwachsene Kinder. Über ihre Männer sagen sie: „Sie sind unsere größten Fans und Kritiker zugleich.“

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